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Eine überaus talentierte Band, die bereits 5 Alben sowie diverse TV-Auftritte
vorzuweisen hat, kommt aus dem Grazer Raum und hört auf den Namen LAMEXCUSE.
Höchste Zeit also, die steirische Hoffnung mal näher unter die Lupe zu nehmen.
Das nachfolgende Gespräch führte ich mit Frontmann Tom Reiterer.
Kannst du mal kurz die Band vorstellen? Seit wann gibt es Lamexcuse?
Die Band besteht schon seit 15 Jahren und entstand aus Schulfreundschaften und anderen Freunden,
die sich zum Teil bei der ersten Probe einfanden, ohne davor jemals ein Instrument gespielt zu haben.
Es ging einfach darum, miteinander Spaß zu haben und den Coolnessfaktor jedes einzelnen zu heben.
Das erste Konzert spielten wir auf einer Pfadfinder-Grillparty und im Nachhinein betrachtet, tun
mir heute noch die Leute leid, die da zuhören mussten. Ursprünglich spielten wir Punkrock so gut
wir halt konnten. Und das war nicht besonders gut. Dann wechselten nach und nach die Bandmitglieder
und die Sache nahm Gestalt an, wir schrieben mehr und mehr eigene Songs, die sich auch immer besser
anhörten. Einige Schlagzeuger später hatten wir einen Gig in einem Cafe, wo man uns sagte, wir
sollten etwas leiser spielen - ein Schock - aber wir machten das beste daraus und schließlich
entstand daraus irgendwie der heutige Sound von Lamexcuse.
Unplugged gefielen wir dem Publikum um ein Vielfaches besser und das führte dazu, eher in die
ruhigere Richtung weiterzuarbeiten.
Es folgten weitere Wechsel in der Besetzung und Verfeinerung des Stils, Demobänder, die erste CD
und schließlich eine Tournee in den USA. Danach trennten sich die Wege und ich war als einziges
Gründungsmitglied übrig geblieben.
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Also hast du nach neuen Mitstreitern gesucht...
Ja, ich war nicht bereit aufzugeben. Und da stehen wir nun. Wolfgang Lechner an den Drums und
Silvijo Kailer am Bass legen die rhythmische Basis, ich (git, voc) und Daniel Keller am Keyboard
sorgen für die Melodien.
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Mit dem neuen Drummer Wolfgang Lechner habt ihr ja einen Schlagzeuger
in euren Reihen, der eigentlich aus der Jazz-Fraktion stammt...
...was den unglaublich großen Vorteil hat, dass er phantastisch Schlagzeug spielt und außerdem
kein Problem damit hat, auch mal leise zu spielen, wenn's denn gefragt ist. Und diese Anforderung
erfüllt er zu 120 Prozent. Ich hatte bei der Suche nach einem neuen Drummer meine Erwartungen schon recht
tief angesetzt, weil ich gerade von den Männern hinter den Drums immer wieder enttäuscht worden
war - schließlich wollte ich einfach einen netten Menschen in der Band haben - und wurde dann
umso positiver überrascht, als Wolfi ankam und loslegte. Und das Beste daran: er ist ganz, ganz
lieb! Das gilt übrigens auch für den Rest der Band. Alles ganz liebe Leute, die noch dazu
großartige Musiker sind.
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Ihr seit ja jahrelang zu dritt unterwegs gewesen und habt euch heuer entschlossen, die
Band auf ein Quartett aufzustocken. Wie kam es zu der unerwarteten Umstellung?
Den Ausschlag, nun wieder zu viert aufzutreten, gab die Produktion von "All Important Little Things".
Im Zuge der Recordings peppten wir die Songs teilweise mit Melodien und Flächen aus dem Keyboard auf,
die wir dann auch live umsetzen wollten. Daher nahmen wir auf die US-Tour einen Keyboarder mit, der
diese Elemente live spielte. Das gefiel uns so gut, dass bei der Neubesetzung nach der Tour ein
Keyboarder quasi Pflicht war.
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Derzeit arbeitet ihr gerade am erwähnten Nachfolgealbum von "All Important Little Things".
Gibt es schon einen Titel für das neue Album und was darf man sich davon erwarten?
Nein, Titel gibt es noch keinen, da haben wir noch nicht drüber nachgedacht. Erwarten darf man sich einen
Fortschritt, sowohl was das Songwriting, als auch was die Ausführung betrifft. Wir arbeiten wieder mit
Christofer Frank zusammen, dem gleichen Co-Produzenten, der auch schon bei "All Important Little Things"
die Finger im Spiel hatte. Stilistisch wird es in etwa ein abwechslungsreiches Singer-Songwriter-Folkrock-Album
werden. Wir experimentieren mit verschiedenen Sounds und auch Beatsamples, die sich wunderbar einfügen werden,
aber manchmal beim ersten Hören außergewöhnlich klingen.
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Wird es vorab auch eine Singleauskoppelung daraus geben?
Das steht noch in den Sternen, ist vor allem eine Geldfrage. Soweit wir derzeit wissen, werden wir auch dieses
Album in Eigenregie herausbringen, daher wird uns wahrscheinlich der finanzielle Polster für eine frühe
Singleauskoppelung fehlen.
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Euer letzter Videoclip zu "Are You" kam gut an und wurde auch in nationalen Sendern
wie GoTV ausgestrahlt. Ist für das neue Album ein weiter Kurzfilm geplant?
Hier gilt das gleiche, wie für die Single. Das Video zu "Are You" war eine extreme Low Budget-Angelegenheit,
die nur durch aufopferungswillige Freunde und das Entgegenkommen vieler Mitwirkender möglich war. Die große
Hürde bei solchen Dingen ist halt immer wieder das liebe Geld. Hätten wir die Chance, ein, zwei Videos zu
machen, wären wir natürlich sofort bereit dazu!
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Als ich euch das erste Mal hörte, erinnerte mich der Sound und deine Stimme unweigerlich an R.E.M.
War das gewollt oder ist es eher ein positiver Nebeneffekt?
Eher ein positiver Nebeneffekt. Gewollt hab ich das nicht, aber schaden kann es auch nicht.
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Du hast vorher bereits erwähnt, dass ihr einige Auftritte in Amerika und auch einen
Gig in Großbritannien hattet. Eher ungewöhnlich für eine junge Band....
Nun ja, so jung ist die Band nicht, aber du hast schon Recht, eine USA-Tour quer durch den Kontinent
bestreiten selten österreichische "Nachwuchsbands". Den Gig in London hat ein Freund von
einem Freund von einem Freund aufgestellt. War ein lustiges Erlebnis.
Und die US-Tour organisierte eine Agentur in Los Angeles, die über MySpace auf uns aufmerksam wurde
und uns kontaktiert hat. Da haben wir dann zugeschlagen und es einfach gemacht. Eine wahnsinnig spannende,
aber auch kostspielige Erfahrung. Auch wenn wir keine Stadien ausverkauft haben, musikalisch war diese Tour
eine tolle Sache, weil wir gemerkt haben, dass die Jungs und Mädels in Amerika unsere Musik sehr, sehr gerne
mögen und das gibt viel Selbstvertrauen für zukünftige Tourneen und Releases.
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Es ist von österreichischen Musikern immer wieder zu hören, dass du, wenn du Erfolg
haben willst, ins Ausland gehen musst. Wie denkst du darüber? Ist in der heutigen
Zeit eine Karriere in "Good old Austria" undenkbar?
Undenkbar nicht, aber realistisch gesehen leben in Österreich sehr wenige Musiker von den Auftrittsgagen,
CD-Verkäufen und Rundfunktantiemen. Am ehesten hast du eine Chance, wenn du Volksmusik, Schlager oder
ähnliches Zeug machst. Durch die Möglichkeiten, die aber heutzutage das Internet bietet, ist es eigentlich
völlig egal, woher eine Band kommt. Solange die Qualität passt, hast du auch von Österreich aus eine Chance
ins Geschäft zu kommen. Ich stelle ja nicht den Anspruch ein Megastar zu werden, ich möchte ja nur von meiner
Musik leben können.
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Womit wir bei den Plänen für die Zukunft sind...
Megastar werden. Nein, Scherz beiseite, in naher Zukunft steht das neue Album und darauf folgt eventuell
wieder eine US-Tour oder auch mal eine Tour durch Europa. Das sind die nächsten realistischen Ziele...
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Abschließende Worte?
Vielen Dank für dein Interesse, ich weiß das zu schätzen, noch dazu, wo wir
Musik machen, die nicht hundertprozentig deinen Geschmack trifft...
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Danke auch dir für's Interview.
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